...aus dem Leben eines nixiskla...
Tja, ehrlich gesagt bin ich immer noch ziemlich maulfaul Link zu einem anderen Beitrag hier bei Blogger.de bei dem Thema. Aber auch hier gilt ja: in guten wie in schlechten Zeiten. Oder so.

Ich war am Mittwochmorgen geradezu erschreckend gut sortiert. Um sieben ging der Wecker, dem ich gepflegt eine verpasste und selig bis halb neun weiterschlief. Selbst das Frühstück schmeckte und da ich ja doch noch in irgendeiner dunklen Ecke eine Buchhalterseele bin, beschloss ich sehr rechtzeitig loszufahren, immerhin waren es fast 70 km und sich zu verspäten beim Vorstellungsgespräch ist mir sehr viel weniger lieb als eine Stunde irgendwo herumzusitzen. Natürlich war die Autobahn komplett frei trotz einer Baustelle und ich war ziemlich sehr genau eine Stunde zu früh, was mich aber nicht ärgerte - bei bekannten Distanzen und Strecken würde ich logischerweise etwas knapper planen -, ärgern würde mich eine Minute Verspätung.

Ich nervte kappi0106 auf einer Dienstreise mit ein paar SMS, einen Anruf als Zeitvertreib bei meinen Eltern vermied ich aber, zu schnell können meine Ma und ich wegen Banalitäten aneinandergeraten, das wäre nicht das Richtige gewesen, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

So schlug ich auf die Minute pünktlich mit einem Klingeln auf, wurde sehr freundlich begrüßt, mir wurden Kaffee, Kekse oder Wasser angeboten und ebenso freundlich von mir abgelehnt. Nie Essen in wichtigen Situationen, man verschluckt sich, gibt den George W. und sitzt plötzlich prustend mit Tränen in den Augen seiner/m hoffentlich zukünftigen Vorgesetzten gegenüber. Und spuckt dieser/m Krümel oder sonstiges auf den Tisch. Außerdem ging in meinem Kopf vieles umher, Hunger oder auch nur Appetit war nicht dabei.

Ein gleichaltrige Frau trat ein, begrüßte mich, setzte sich und sagte erst mal nichts. Gar nichts. Hm... Ich bot nach einer reichlich langen Phase des Anschweigens an, ob ich mich denn einfach mal vorstellen solle. Nein, nein, plötzlich aus dem Sekundenschlaf erwachend ergriff dann doch die Prokuristin das Wort mit der Frage, ob ich denn gut her gefunden hätte, es sei ja doch ein ziemlich weiter Weg, sie persönlich halte ja knapp 70 km für viel zu weit als täglichen Weg zur Arbeit.

Ein kleiner Frosch kam die Luftröhre hoch, und ich erinnerte mich, dass bereits in der Bewerbung etwas von maximal 30km stand, aber letztendlich hatte man mich ja trotzdem eingeladen. Ich scherzte, Fahrerei sei kein Problem, ich hätte eigentlich nie an dem Ort gearbeitet, an dem ich gelebt hätte. Und schob dann halbwegs elegant doch einfach mal die Stationen meines Lebenslaufes nach. Sie nickte und sah irgendwie unglaublich müde aus. Für einen kurzen Moment überlegte ich, ob es wohl an meinem Vortrag lag, fand mich aber reichlich entspannt mit dem Gedanken ab, dass es wohl doch eher die vergangene Nacht oder einfach mangelnder Schlaf sei.

Sie sagte dann ziemlich übergangslos, dass ich überhaupt der einzige Mann sei, den sie eingeladen habe, es würden auch bisher ausschließlich Frauen hier arbeiten. Der kleine Frosch kam wieder angeklettert. Okay, Du wohnst zu weit weg und jetzt bist Du auch noch völlig überraschend ein Mann, alles läuft super. Ja, das sei ja aber meistens in Buchhaltungen so, ich hätte eigentlich ausschließlich immer mehr Kolleginnen denn Kollegen gehabt.

So plätscherte es dahin. Sie erzählte ein wenig von dem Unternehmen, nachdem ich aber leichtsinniger Weise zwischenbemerkte, dass ich die Internetseite aufgesucht hatte, schloß sie umgehend mit der Bemerkung, dann sei mir eh das meiste ja bekannt. Freundlich, nicht verbindlich. Nach einer Viertelstunde kamen wir dann endlich zu dem Thema, auf das ich mich schon so sehr gefreut hatte die vorangegangenen Tage: warum ich denn nun eigentlich den letzten Arbeitgeber mehrfach verlassen habe. Und vor allem, warum ich mehrfach dort wieder angefangen habe.

Ich war in den Tagen zuvor zu dem Entschluss gekommen, einfach die Wahrheit zu sagen. Lügen ist nicht meins, außerdem war mir auch - ehrlich gesagt - keine gescheite Lüge eingefallen, warum jemand weggeht, wiederkommt, dann wieder weggeht, dann wiederkommt und letztendlich gekündigt wird. Ich hatte vorher bei einer kleine Recherche im Internet gefunden, dass auch sie früher bei einer Spedition beschäftigt war und hoffte einfach darauf, dass mein Gegenüber versteht, wovon ich sprach. Von dem vergifteten Klima, von der brutalen Fluktuation, von meinen Problemen mit all dem etc.etc. Sie nickte und nickte, unterbrach mich und erzählte dann einfach von ihren Erfahrungen in der Branche und siehe da, genau aus diesen Gründen war sie seinerzeit gewechselt.

Das Gespräch war nach 20 Minuten beendet. Sie habe heute und morgen noch ein paar Gespräche, danach würde sie entscheiden. Man bekäme 29 Tage Urlaub, Geld habe sie noch nicht endgültig festgelegt, aber da sehe sie keine Probleme, da würde man sich einig werden. Sie würden sehr viel mit Excel arbeiten, die Kollegin im Sekretariat habe da noch eine kleine Aufgabe und sie würde sich schon mal verabschieden und sich dann per Telefon oder Mail melden. Dem kleinen Frosch hatte ich mittlerweile ordentlich in den Hintern getreten, der war weg.

Und das war vermutlich mein Fehler: so wurde aus dem Frosch eine riesengroße Kröte. Und die saß direkt oberhalb des Blattes mit der kleinen Aufgabe und streckte mir ihre Zunge raus...

Die kleine Aufgabe bestand aus zwei Tabellen mit einem Beispiel aus dem Vertrieb. Zehn Kunden waren namentlich aufgeführt, die Kundengruppe, ein Artikelpreis und die verkaufte Anzahl. Ermitteln Sie den Umsatz anhand einer Formel. Okay, flugs gemacht. Formatieren Sie die Tabelle übersichtlich nach eigenen Vorstellungen. Okay, auch kein Thema.

Die Kunden sollen zum Jahresabschluss ein Werbegeschenk erhalten, drei verschiedene waren aufgeführt. Die Werbegeschenke waren abhängig von Kundengruppe und Umsatz, jede Kundengruppe hatte eine eigene Staffel, ab welchem erreichten Umsätze welches Geschenk vorgesehen war, die Umsätze waren pro Gruppe unterschiedlich hoch. Zudem standen vom "wertvollsten" Werbegeschenk lediglich drei zur Verfügung. Erstellen Sie die entsprechende Formel.

Die Kröte wanderte mittlerweile mit einer Tröte im Maul und einer kleinen Trommel vor dem Bauch lautstark oberhalb des Blattes hin und her.

Ich hatte schnell realisiert, dass ich keine Logikformeln in Excel erstellen kann. Ich hatte es noch nie gemacht. Ich fand zwar die Wenn-Dann-Formeln, probierte ein wenig hin und her, sinnvolles kam dabei nicht wirklich heraus. Zudem hatte ich im Kopf überschlagen, dass mindestens vier Kunden theoretisch Anspruch auf das wertigste Geschenk hatten. Dafür war dann vorgesehen, dass eben nur die drei mit dem summarisch höchsten Umsatz dieses bekamen. Das in eine Formel zu packen, konnte ich nicht.

Die Sekretärin schaute zu mir und fragte, ob es Probleme gäbe. Ja, ich hätte im Grunde keine Ahnung, wie es geht. Mit erschrecktem Gesichtsausdruck kam sie zu mir, stellte sich hinter mich und sagte, dass das jetzt schlecht wäre. Ja, in der Tat. Ob ich noch weiter probieren wolle. Nein, danke, dadurch würde mir auch nicht einfallen, was ich noch nie gemacht hatte.

Wir verabschiedeten uns reichlich verdattert voneinander und ich ging. Noch im Treppenhaus hörte ich Trommeln und Tröten.

Ich hatte mit sehr vielem gerechnet. Bohrenden Fragen zu den Fehlzeiten, zur Kündigung, zu weiß der Geier was auch immer, zu allem hatte ich mir Gedanken gemacht und war mögliche Antworten durchgegangen. Dass man mir mit Excel ein Beinchen stellen kann in der Buchhaltung, das stand leider nicht auf dem Programm.

Ich war so enttäuscht. Die ganzen, in meinen Augen problematischen Themen hatte ich meines Erachtens recht gut umschifft und dann das... War das Problem wirklich so dämlich, sie hatte mehr oder minder nur im Nebensatz diese kleine Aufgabe erwähnt, die konnte doch gar nicht so schwierig sein. Hatte ich etwas übersehen oder falsch verstanden? Nein, ich konnte es einfach nur nicht. Dann war ich etwas sauer, weil mir auch am nächsten Tag immer noch kein entsprechender Nutzen in der Buchhaltung in den Sinn kam. Ich hätte der Dame eine Bilanz aus dem Kopf zusammendrechseln können, Kennzahlen analysieren können, auch eine Lohnabrechnung hätte ich ihr auf einem Blatt Papier berechnen und aufmalen können. Wie man Excel sagt WENN DANN und dann auch nur drei und nicht alle und der, der eigentlich dieses Geschenk bekommen könnte, bekommt doch ein anderes, das konnte ich aber nicht. Bedauerlicherweise wollte man das aber wissen.

Tja, so war das. Als ich zuhause den Rechner hochfuhr, rechnete ich eigentlich mit einer Mail. Bisher habe ich keine. Aber jedes Mal, wenn der Ton für eine eingehende Mail erklingt, meine ich ein Tröten zu hören. Momentan liegt hier noch ein Strohhalm rum. Vielleicht waren die anderen Bewerber ja auch...

Ach, Quatsch, Du hast es vergeigt. Es geht also weiter. Bisher seit Juli 72 Bewerbungen, 30 sind noch offen, eine davon war mit Vorstellungsgespräch.




Ich seh das mal so - Sie waren offen und ehrlich, und daß Sie was von dem Job verstehen, haben die sicher bemerkt. (Seit wann sind 70km in Deutschland ein Thema?? und es war Ihre Entscheidung sich dahin zu bewerben bzw. zum Gespräch zu kommen.)

Diese Funktionsache, vllt nur ein Test, ob Sie ehrlich zugeben können, wenn was nicht geht und nach Hilfe fragen - was weiß man heute schon, was die sich für Spielchen aussuchen...

Jedenfalls ist das etwas, daß Sie lernen können, sofern Sie dort angenommen werden. (Erinnert mich an BASIC - if/then Formeln...) Also mal ganz in Ruhe anwarten und Tee trinken.

Abgesehen davon, betrachten Sie das mit bisserl Abstand als Übungsrunde - außerdem ist das für die Arbeitsagentur (so heißt das bei Ihnen oder?) auch ein Signal, daß Sie durchaus willig sind.
Ist für die manchmal auch sehr wichtig zu sehen, daß ein Kunde tatsächlich WILL (auch wenn das Ergebnis dann anders ausfallen sollte).

Na ja, es ist jemandem aus der Stadt, in der ich mich beworben habe, vermutlich klar, dass ein Bewerber aus der Stadt, aus der ich komme, Münster halt, schon beabsichtigt, diese 70km wirklich jeden Tag zu fahren. Und das ist dann für jeden Tag, glaube ich, schon ziemlich viel.

Ob ich etwas von meinem Job verstehe, hat die gute Frau eigentlich nicht wirklich interessiert. Dafür meine Excel-Kenntnisse. Zumindest haben sie die als einziges explizit abgefragt. Ich lerne gerne auch neues und bin schon sehr gespannt, wie man dieses Wissen in der Buchhaltung bei welchen Themen anwenden kann...^^

Ach, eigentlich bräuchte ich mit 46 und etwa 19 Monaten ohne Arbeit keine Übungsrunde. Und dass die Sachbearbeiterin im Jobcenter (nach einer gewissen Zeit wandert man von der Agentur für Arbeit zum Jobcenter, es gibt dann kein Arbeitslosengeld I mehr, sondern Arbeitslosengeld II, vulgo Hartz IV) durchaus anerkennt, dass ich meiner Suche nachkomme, dokumentiert wohl die Tatsache, dass sie mir vollkommen freie Hand lässt. Dass mag natürlich auch an deren Überarbeitung oder der Arbeitssituation vor Ort (keine entsprechenden Angebote) liegen, ich bilde mir aber noch erfolgreich ein, dass ich das ganz sinnvoll mache. Wenn auch erfolglos.^^

Vielen Dank vor allem fürs Mut machen und positiv sehen! ;-)

: )

Naja, warten Sie mal ab. Da jetzt zu interpretieren hilft nicht viel, es gibt so viele Möglichkeiten, was wieso wie und so weiter. Sicher können wir uns aber sein, dass "eine Sache im Test nicht gekonnt" meist noch kein Killerkriterium ist, jedenfalls nicht bei Sachen, die man schnell und einfach nachlernen kann.

Ich drücke mal weiter die Daumen!

Jetzt stelle ich mal die Frage, die im Raum hängt und keiner stellt: können das alle außer mir?

Was, die Logikformeln? Ich kann so ganz grundlegende Sachen damit ("wenn y größer ist als x, dann mach x rot" oder " oder "wenn in den Feldern a-z ein x steht, dann zähl das" und so). Die konkrete Aufgabe mit den drei höchsten und so hätte ich jetzt so aus dem Stehgreif auch nicht hinbekommen. Wie Sie sagen, nach etwas Rumstöbern und ohne Zeitdruck dann wohl irgendwas schon. Aber nein, gewusst hätte ich es nicht.

(Mein Standardsatz ist ja: "Ja, ich weiß das. Allerdings erst in 30 Minuten.")

ich schicke Bewerbungen raus. Ungewohnt. Und wie gut meine Erfolgsaussichten sind, weiß wohl nur Gott alleine.

Ich bin da ja mehr von der irdischen Abteilung. ;-)

Ich wünsche Ihnen ganz viel Glück!

Wie bekommen Sie das denn alles geregelt?!

Unzulässige Frage, Herr Wajakla. Das würden Sie Herrn Cassandra ja auch nicht fragen. ;-)

Aber selbstverständlich. Wenn Herr Cassandra momentan zu Hause wäre und Frau Cassandra nicht, würde ich ihn genau das auch fragen wollen.

Man kann mir sehr, sehr vieles unterstellen, aber irgendwelche geschlechterspezifischen Vorurteile bestimmt nicht. ^^

Aber ich ziehe die Frage zurück, geht mich auch nichts an, sorry.

War doch nur Spaß... natürlich ist das was anderes, wenn man jemanden und seine persönliche Situation "kennt".

(seufz)

Liebe Frau Cassandra, wie bekommen Sie das dann alles geregelt? (Ehrlich interessierte Frage).

(so, genug zum Affen gemacht, ja? Danke.)

;-)

...menno...

Kommen Sie, wir trinken einen Kaffee. ;-)

Alles klar. :-)

Sie zahlen.

Gerne :-)

Wie wir das dann hinbekommen... gute Frage. War mut, dat mut.

Da klar ist, daß des Tigergatten Stelle ausläuft und sich die Bewerbungsphase länger hinzieht als gedacht, stellt sich eher die Frage, wie es ohne klappen soll.

Der Plan ist, daß wir beide suchen. Wer zuerst was findet, hat gewonnen (oder verloren). Langfristig können wir uns einen Tausch der Aufgabenfelder nicht vorstellen- zumindest dieser Mann dreht durch, wenn er "Und täglich grüßt das Murmeltier" spielen soll, egal was irgendwelche Rollenkonzeptionen, egal ob tradiert oder neu, sagen.

Immerhin habe ich meine Zeugnisse wiedergefunden, die waren nämlich weg. Das war unschön.

Herr Tigergatte findet das ganze absolut unoptimal und jenseits von dem, was wir abgesprochen haben. Naja, manchmal hält sich das Leben nicht an das, was man besprochen hat, kennen wir ja alle.

Ich bin erfolgreich verwaltet worden. Soweit sind wir schon :-)

Hm, dass die Stelle des Tigergatten ausläuft, hatte ich nicht mal auf dem Schirm. Joa, stimmt, dann stellt sich meine Frage auch definitiv gar nicht. :-/

Dann drücke ich doppelt fest die Daumen! Ich kann mir den Druck sehr gut vorstellen, der gegebenenfalls entstehen kann, hier bei mir geht es nur um meinen eigenen Popo, so eine One-Man-Show ist aber auch immer irgendwie zu "regeln" in so einer Übergangsphase.

Sie beide werden das hinbekommen!

...und warum schreibe ich eigentlich die identischen Durchhalteparolen, die mich bei anderen manchmal so fürchterlich nerven??^^

"...und warum schreibe ich eigentlich die identischen Durchhalteparolen, die mich bei anderen manchmal so fürchterlich nerven??^^"

Noch bin ich nicht genervt, noch bin ich guter Dinge.

Es klärt sich immer alles irgendwie- meist mit dem größstmöglichen Maß an Verwirrung und Chaos, aber es klärt sich. Mal kucken, was kommt.
Ich bin durchaus bereit, etwas völlig anderes zu machen. Ganz ehrlich: ich will gar nicht in den Wissenschaftszirkus. Der ist mir zu vernutzend. 60-Stunden-Wochen, "flatrate"-Arbeiten, dauernd dabei, sich wieder neu zu profilieren als superinnovativ und interdisziplinär und transnational und was weiß ich denn noch. Keine Stelle über 5 Jahre lang auch nur in entfernter Aussicht. Irgendwie muß das alles grad nicht, das hatten wir die letzten Jahre und das hat gereicht.

Kann ich alles sehr gut verstehen. Jetzt kommt der mieseste Satz überhaupt: so eine Situation birgt ja immer auch Chancen. *kotz* Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Möglichkeiten dazu haben. Und einer von Ihnen sehr schnell eine gute Stelle findet.

Angeblich sind Fachkräfte ja dringend gesucht und als Frau nach Familienphase bin ich ja doppelt gesucht :-)

:-)

Ich gebe mir grad einen Vorteil: es geht "nur" um Geld. Ich suche gar keine Stelle, auch wenn ich mich hüten werde, daß bei potetiellen Arbeitgebern verlauten zu lassen. Selbstverständlich bin ich hochmotiviert, brenne vor Tatendrang und freue mich darauf, nach der langen und langweiligen Zeit zu Hause endlich wieder was tun zu können (oder so was in der Art).
Mit Identitätskrisen aufgrund von Sinnfreiheit ohne Erwerbsarbeti rechne ich grad nicht (nein, ich habe nicht gesagt, daß Sie darunter leiden).

Ich kenne Leute aus dem Uni-Hamsterrad, die wirklich nur noch ihr Job sind. Man kennt fast nur noch Ex-Studienkollegen, mit denen man nicht etwa abhängt weil es nett ist, sondern weil man networkt. Oder Arbeitskollegen, was daran liegen könnte, daß man keine Zeit mehr hat, irgendwen anderes zu treffen. Und über was redet man nach ein wenig Smalltalk? Klar, über das Projekt.
Zeit, eine Familie zu gründen, hatte eh kaum einer. Fällt das als "ich ahbe ein Leben"-Option auch schon mal raus.

Wenn die so was trifft, ist das hart. Da es keine Sicherheit in Zeiten der Zeitverträge gibt, kann man nur sagen: sieh zu, daß es dich nicht auffrißt. Es gibt ein Leben nach dem Projekt.

Sie haben dadurch (erster Satz) wohl wirklich einen emotionalen und psychischen Vorteil: Sie hatten den Sinn bereits vor dieser Situation erkannt. Das ist auch wohl der Webfehler bei mir, keine Familie und der Sinn des Lebens war der Job und die Freizeit bestand größtenteils aus Kollegen, eben nicht aus Freunden. Tja...

Ich wünsche, Sie haben genug Zeit, um diese Jobfrage in Ruhe zu erledigen. Und sich schnell wieder dem eigentlichen Sinn widmen zu können.

Warum haben Sie mir das nicht nur schon vor zehn, fünfzehn Jahren geschrieben?? ;-) Vermutlich hätte ich Ihnen aber nicht geglaubt... :-/

"Warum haben Sie mir das nicht nur schon vor zehn, fünfzehn Jahren geschrieben?? ;-) Vermutlich hätte ich Ihnen aber nicht geglaubt"

a) wir kannten uns vor 10, 15 Jahren noch nicht
b) da wußte ich es ja selber nicht!